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» 20.01.2018 21:56

Fachforum zum Thema „Wachkoma“ am 25 Oktober 2007 in Heidelberg

Die F+U Akademie für Wirtschafts- und Sozialmanagement, Frau Petra Weber und Herr Klaus Nitsch, wollen mit dem Fachforum „Wachkoma“ eine Symbiose zwischen Theorie und Praxis herstellen. Um hier Kräfte zu bündeln und ein gemeinsames Signal zu setzen, veranstaltet sie in Zusammenarbeit mit den Kliniken Schmieder und der Fachpflegeeinrichtung für Schädel – Hirnverletzte „Pflegeteam Odenwald GmbH sowie dem Vorsitzenden des Bundesverbandes „Schädel – Hirn – Patienten in Not e.V, Herrn Armin Nentwig, am 25. Oktober 2007 ein Fachforum „Wachkoma“ im Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar.

Sie wollen kein Mitleid. Sie fordern Aufmerksamkeit und Verständnis für ihre schwierige Situation. Menschen im Wachkoma sind weder Sterbende noch „Hirntote“. Sie brauchen keine Sterbehilfe sondern Lebenshilfe. Wachkoma oder „Apallisches Syndrom“ ist ein Krankheitsbild in der Neurologie, das durch schwerste Schädigung des Großhirns hervorgerufen wird. Dabei kommt es zu einem funktionellen Ausfall der gesamten Großhirnfunktion oder größerer Teile, während Funktionen von Zwischenhirn, Hirnstamm und Rückenmark erhalten bleiben. Dadurch werden die Betroffenen wach, haben aber kein Bewusstsein und nur sehr begrenzte Möglichkeiten der Kommunikation (z.B. durch Pflegekonzepte wie die Basale Stimmulation) mit ihrer Umwelt. In

Deutschland wird von mindestens 10.000 Betroffenen ausgegangen. In seiner ursprünglichen Bedeutung wird unter einem apallischen Syndrom ein Erlöschen des Selbstbewusstseins und der Kontaktfähigkeit im Gefolge einer schweren Schädel-Hirnverletzung oder eines Sauerstoffmangels im Gehirn verstanden. Häufig wird auch von einem sogenannten Wach-Koma gesprochen. Der Begriff Wachkoma bezeichnet in der Medizin einen ganzen Systemkomplex: Menschen im Wachkoma sind nicht bei Bewusstsein, dennoch haben sie Schlaf- und Wachphasen. Die Menschen verfügen über bestimmte Reflexe, die sie aber nicht kontrollieren können (wie z. B. Atmen, Lidschlag). Menschen im Wachkoma sind nicht in der Lage, mit ihrer Umwelt aktiv zu kommunizieren.

Mehrere tausend Menschen erleiden jährlich eine Schädel-Hirn-Verletzung, die so schwer ist, dass sie nicht mehr unversehrt, in ihr ursprüngliches Leben zurück können. Der Mensch scheint in einem tiefem Schlaf zu liegen und vollkommen unempfänglich für jede Art von Stimulation, wie z.B. Schmerz, Berührung, Geschmack oder z.B. optische Reize. Es sind fast stets die gleichen Fragen, die bei Angehörigen, Patienten und Mitarbeitern auftauchen: Was ist geschehen? Was geschieht als

Nächstes? Wie wird der Ausgang dieser Situation? Das Forum „Wachkoma“ in Heidelberg soll dazu beitragen, den Krankheitsprozess besser zu verstehen und den Umgang mit der schwierigen Situation zu erleichtern. Für Pflegende ist der Umgang mit Menschen im Wachkoma außerordentlich schwierig und herausfordernd. Sie verbringen die meiste Zeit mit dem Patienten. Sie müssen die Würde und die Rechte des Patienten wahren und sie sollen – so beschreiben es die ethischen Grundregeln des „International Council of Nurses (ICN)“ – Fürsprecher des Patienten sein. Damit aber steht auch die Pflege im Spannungsfeld zwischen Technisch-Machbarem und Ethisch-Verantwortbarem. Um diese Verantwortung wahrnehmen zu können, müssen die

Fachkräfte die ethischen Grundlagen ihres Berufes kennen. Das Fachforum „Wachkoma“ der F+U Akademie für Wirtschafts- und Sozialmanagement will Verständnis schaffen für die besondere Situation der Betroffenen sowie Betreuungs- und Lösungsansätze aufzeigen.

Ort der Veranstaltung:

Olympiastützpunkt Rhein-Neckar
Im Neuenheimer Feld 710
69120 Heidelberg